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Groß Laasch - Er hat sein Hotelbett stets dabei

16.04.2019

Peter Kiecksee aus Groß Laasch unternimmt gerne Fahrradtouren durchs Land und hat sich für die Nächte einen Schlafwagen gebaut

„Papa, Papa, da kommt ein Mann, der hat ein Haus am Fahrrad!“

Der Kleine, der seinen Vater auf den etwas ungewöhnlichen Radfahrer aufmerksam machte, hatte gar nicht so unrecht.

Peter Kiecksee aus Groß Laasch hat bei seinen ausgedehnten Fahrradausflügen zwar kein Haus, aber doch immerhin einen richtigen Schlafwagen dabei. Auf die Idee kam der heute 65-Jährige vor anderthalb Jahren. „Ich bin gerne per Fahrrad unterwegs. Damals wollte ich meinen Sohn in Darmstadt besuchen, natürlich per Drahtesel“, lacht Peter Kiecksee. „Ich war zehn Tage unterwegs, übernachtete in Hotels. Einmal fand ich allerdings nicht gleich eine Übernachtung. Meine Frau suchte mir dann von zu Hause aus per Internet eine Schlafmöglichkeit und ich radelte dorthin – zehn Kilometer nur bergan. Das war für mich das Schlüsselerlebnis, mir einen Schlafwagen zu bauen, den ich an mein Fahrrad hängen kann.“

Wieder zu Hause, bastelte sich der gelernte Werkzeugmacher erstmal ein Modell aus Pappe und Holzstäbchen. Gleichzeitig durchsuchte er das Internet nach möglichen Vorbildern. Schließlich begann im Frühjahr 2018 der Bau eines „Schlafwagens“.

Für Wände und Dach verwendete Peter Kiecksee zehn Zentimeter breite Kunststoffpaneele, als Räder fungieren zwei 20-Zoll-Räder eines Kinderfahrrads. Für den sicheren Stand sorgen zudem drei Böcke, deren Bestandteile unter anderem alte Rohre einer Satellitenschüssel sind.

Mit 1,45 Meter Länge und 98 Zentimeter Breite braucht der Fahrrad-Schlafwagen weder Tüv noch Zulassung. Und mit seinen etwa 1,65 Metern Größe kann sich Peter Kiecksee im Wagen bequem auf einer Matratze ausstrecken, weil die Rückwand des Gefährts sich aufklappen und die Liegefläche auf zwei Meter Länge ausziehen lässt.

Damit die Beine nicht im Freien liegen und bei Regen etwa nass werden, hat Peter Kiecksee am Fußende einen Gartenabfallsack angebracht, in dem er die Füße ausstrecken kann.

Damit das Ganze verkehrssicher ist, gibts ein per Batterie betriebenes Rücklicht und Katzenaugen.

Für die Verbindung von Wagen und dem 28-er Fahrrad sorgt eine Anhängerkupplung. „Das Ganze fährt sich natürlich etwas schwerer als sonst, aber ein Kinderanhänger mit zwei Kindern drin hat auch seine 40 Kilo“, sagt Peter Kiecksee.

Nachdem er sein Gefährt dann im September vergangenen Jahres fertig gebaut hatte, ging es auf Probefahrt nach Alt Farpen bei Wismar. „Mit dem Wagen als Hänger fährt es sich ganz toll und vor allem bin ich nicht mehr auf Hotels angewiesen, kann übernachten, wann und wo ich gerade bin“, sagt Peter Kiecksee.

An der Ostsee entdeckte dann auch der kleine Junge das Gefährt und machte seinen Papa auf den „Mann mit dem Haus am Fahrrad“ aufmerksam.

Übrigens plant Peter Kiecksee bereits ein Nachfolgemodell. „Mit kleineren Rädern, damit sie unter den Wagen passen und die Radkästen wegfallen. Dann habe ich im Wagen noch mehr Platz, so Peter Kiecksee.

Andreas Münchow

SVZ am 16.04.2019

 

 

Foto: Hat die Schlafgelegenheit bei seinen Fahrradtouren stets bei sich: Peter Kiecksee mit seinem Gefährt. Foto Andreas Münchow