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Groß Laasch - Im Dorf fliegen die Fäuste

15. 12. 2021

Der Sportverein Groß Laasch hat Zuwachs bekommen, denn als achte Sektion sind jetzt die Boxer dabei

Der Besuch bei den Groß Laascher Boxern beginnt für den Reporter mit einer Kontrolle. Bevor er die neue, erst Ende September eröffnete Sporthalle betreten darf, überprüft Markus Richter bei ihm Impfstatus und tagesaktuellen Test. Auch das gehört unter 2Gplus-Regeln zu den Aufgaben des Trainers. Jetzt noch Überzieher aus der Kiste im Eingangsbereich gegriffen, um den neuen Hallenboden nicht mit Straßenschuhen zu strapazieren. Dann kann's losgehen.

Wer schummelt, muss Liegestütze machen

Den Anfang macht die Kindergruppe. An diesem Nachmittag drehen fünf Mädchen und sechs Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren zum Aufwärmen ihre Laufrunden. Richters klare Ansagen schallen durch die Halle. „Wer schummelt, muss runter.“ Das heißt in diesem Fall für den neunjährigen Tobey – fix zwei Liegestütze gemacht. Nach dem obligatorischen Seilspringen folgen weitere Übungen, die Kondition und Koordination fördern sollen. „Die Hände bleiben immer oben. Wir machen alles in Boxstellung.“ Der 37-jährige Übungsleiter erklärt, verbessert, motiviert. Seine oberste Maxime lautet, das komplette Training in spielerischer Form aufzubauen, damit die Kinder nicht Lust und Laune verlieren.
Nach jeder Übung wird eine Trinkpause eingeschoben. Die ideale Gelegenheit, einmal kurz dazwischenzugrätschen und die jungen Sportler zu interviewen. „Es macht mir viel mehr Spaß als andere Sportarten“, erklärt Leyla (11 Jahre). Die Frage, ob sie denn später auch mal in den Ring steigen will, hält sie offensichtlich für überflüssig: „Na klar, deswegen bin ich ja hier.“ Colin (12) spricht von einer „coolen Freizeitbeschäftigung“. Laura (14) und Kevin (11) nehmen sogar zweimal die Woche die 35 Kilometer Anfahrt aus dem brandenburgischen Karwe in Kauf. „Es ist super. Wir bleiben dabei“, sind sich die Geschwister einig. Charlott (9) ist mit zwei Schulfreundinnen da. Sie hatte den Hinweis auf das neue Sportangebot auf einem Plakat gesehen. „Da muss ich mitmachen“, so ihre spontane Reaktion. Was gefällt ihr am besten? „Gegen die Boxsäcke hauen und Sparring.“
Und genau das steht als Nächstes auf dem Trainingsplan. Für die Tatzenarbeit und als Sparringspartner stellt sich Markus Krüger auch selbst in den mit Seilen und vier Ständern improvisierten Ring. „Los, die letzten Sekunden. Noch einmal alles geben“, feuert er parallel seine Schützlinge an den Boxsäcken an und spart nach dem letzten Pfiff in die Trillerpfeife nicht mit Lob: „Das habt ihr toll gemacht. Super.“ Noch ein Völkerballspiel. Dann ist die Zeit auch schon um.

Für Veritas Wittenberge zweimal Landesmeister

Die jungen Boxer müssen etwas früher aus der Halle, weil eine Überschneidung mit der direkt anschließenden Erwachsenengruppe seit der Verschärfung auf 2Gplus vermieden werden soll. Die dadurch entstehende Pause lässt sich gut nutzen, um dem Trainer einmal auf den Zahn zu fühlen. Markus Richter stammt aus Wittenberge, wo er in der Jugend sehr erfolgreich für den BSV Veritas geboxt hat. Der Schwergewichtler gewann den renommierten Ostseepokal, wurde zweimal Landesmeister und holte 1998 DM-Bronze.
Vor zwölf Jahren hat es ihn der Liebe wegen nach Groß Laasch gezogen. Da hatte er schon lange eine Boxpause eingelegt. Es folgte ein kurzes Ring-Intermezzo beim Grabower SV, das er aus beruflichen Gründen beenden musste. Ein Job-Wechsel machte jetzt den Neustart möglich. „Das Boxen ist für mich eine Herzensangelegenheit. Deshalb bin ich mit meiner Idee auf den Verein zugegangen. Fußball-Abteilungsleiter Manuel Bruhns hat mich tatkräftig beraten, wie man was anpackt.“

Bereicherung für Verein und Gemeinde

Er stieß im Vorstand des SV Groß Laasch auf offene Ohren und legte los. Mit Florian Henning als fachkundiger Unterstützung an seiner Seite. Der 28-Jährige hat bis vor zwei Jahren unter Gerrit Elfert in Neustadt-Glewe geboxt und ist sportlich weiter drangeblieben. Als Richters Anfrage kam, brauchte er nicht lange zu überlegen: „Ich möchte hier mit Markus etwas aufbauen.“ Das freut auch Markus Lau. Der 57-Jährige ist seit 2004 Bürgermeister in Groß Laasch und führte zwischenzeitlich rund zehn Jahre den Sportverein als Vorsitzender. „Alles, wo Sport getrieben wird, wo sich Leute treffen, ist nicht nur eine Bereicherung für den Verein, sondern für die ganze Gemeinde, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Jeder Sportler ist willkommen

Der Nachwuchs liegt den beiden Übungsleitern besonders am Herzen. „Ich möchte weitergeben, was ich selbst gelernt habe, den Kindern hier im Ort eine sportliche Perspektive bieten. Sie in Bewegung bringen und ihnen Spaß vermitteln“, nennt Markus Richter als Motivation für sein ehrenamtliches Engagement. Jeder sei willkommen, auch von außerhalb. Trainiert wird zweimal die Woche, dienstags und donnerstags. Die Nachwuchsboxer geben von 16.15 bis 17.45 Uhr beziehungsweise 16 bis 17.30 Uhr den Ton an, die Erwachsenen nehmen die Halle von 19.30 bis 21 Uhr beziehungsweise 17.30 bis 19 Uhr in Beschlag.

Auspowern bis zum Gehtnichtmehr

Dass die zweite Gruppe an diesem Abend mit nur acht Teilnehmern überschaubar bleibt, führt Richter auf die Testpflicht zurück. „Wir waren auch schon mal 20.“ Jüngster im Bunde ist der 16-jährige Pascal. „Ich liebe Kampfsport. Von Filmen und so. Deshalb wollte ich das mal ausprobieren. Es macht richtig Spaß.“ Dajana (43) nutzt die Sporteinheiten als Ausgleich zur Arbeit und um sich fit zu halten. Ron (20) ist schon ein alter Hase, kennt Markus Richter noch aus seiner Grabower Zeit. „Das ist einfach nur eine Sache für mich: Ich möchte mich auspowern bis zum Gehtnichtmehr.“
Und dazu bekommt er beim Boxtraining in der Groß Laascher Sporthalle reichlich Gelegenheit. Schon bei den drei Runden Seilspringen sieht man viele rote Köpfe, fließt jede Menge Schweiß. Markus Richter kennt keine Gnade, spornt immer wieder an: „Los komm, quäl dich mal ein bisschen.“ Dann knallt es mächtig an der Hallenwand. Die Medizinbälle sind im Einsatz. „Wir wollen nicht werfen, sondern stoßen. Die Kraft muss aus dem ganzen Körper kommen“, erklärt der Trainer. Die folgende Ruhe wirkt fast gespenstisch. Bandagen wickeln ist angesagt, Handschuhe an und dann heißt es, Boxsäcke bearbeiten.
Richter ist mit dem Verlauf der ersten Trainingswochen sehr zufrieden. „Es ist schön zu sehen, was gerade die Kinder in dieser kurzen Zeit teilweise für extreme Fortschritte gemacht haben.“ Er wolle sich das gemeinsam mit Florian Henning noch eine Weile anschauen. Wenn das Bestreben da sei, könne man perspektivisch auch über aktives Boxen und Turnierteilnahmen nachdenken. Und auch für die Erwachsenen gilt: „Jeder so, wie er kann. Wer mehr will, soll hier gerne Vollgas geben.“
Eine Weihnachtspause wollen die Groß Laascher Boxer nicht einlegen. Wer aus den beiden Trainingsgruppen Zeit und Lust hat, kann sich zu den gewohnten Zeiten weiter so richtig auspowern.

 

Thomas Willmann

SVZ am 15.12.2021

 

Bild zur Meldung: Trainingsgruppe mit Übungsleiter Markus Richter

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