*****   9. Gemeindevertretersitzung  *****     
     *****   Gedenkveranstaltung ''Der Zug von Sülstorf''  *****     
     *****   33. Motoren anlassen  *****     
     *****   Groß Laasch - "Kultur gut stärken"  *****     
     *****   5. Oldtimer- und Traktorentreffen in Boldela  *****     
     *****   Groß Laasch - Waldwoche bis zum 29.05.2020  *****     
     *****   Groß Laasch - Sommerblumenfest  *****     
     *****   Groß Laasch - Sommertheater  *****     
RSS-Feed
 

Der Kapp-Putsch vor 100 Jahren

Amt Ludwigslust-Land

Wenn Sie in nächster Zeit nach Schwerin in die Mecklenburg-straße kommen, achten Sie bitte einmal auf die Gedenktafel am Postgebäude. Hier wird an ein Ereignis erinnert, das sich im März zum hundertsten Mal jährt. Zwischen dem 13. und 17. März 1920 versuchten reaktionäre Kräfte die junge Weimarer Republik mit Gewalt zu stürzen. In die Geschichte ist diese Konterrevolution unter dem Namen Kapp-Putsch eingegangen. Der Namensgeber erklärte am 13. März die Reichsregierung für abgesetzt und ernannte sich selbst zum neuen Reichskanzler. Ein in der deutschen Geschichte wohl einmaliger Generalstreik setzte dem Spuk jedoch schon nach etwa 100 Stunden ein Ende. Vielerorts waren allerdings zahlreiche Opfer zu beklagen. Die Gedenktafel am Schweriner Postamt beinhaltet ein Relief und einen kurzen Text sowie die Namen von 15 dort getöteten Demonstranten.       
Verantwortlich für diese Toten war Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck. Ein Mann mit einer besonderen militärischen Kariere in den Kolonialkriegen des deutschen Kaiserreiches. So ist der Völkermord an den Hereros und Namas im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika auch mit seinem Namen verbunden. Während des 1. Weltkrieges befehligte er die deutschen „Schutztruppen“ in Ostafrika. Nach dem Krieg als ungeschlagener Held aus Afrika zurück gekehrt, wurde er ab Oktober 1919 Oberkommandierender der Reichswehr-Brigade 9 in Mecklenburg Schwerin und Mecklenburg Strelitz. In dieser Funktion war er einer der militärischen Führer des Kapp-Putsches. Als Anhänger einer Theorie der Rassenhygiene wurde er später Mitglied der SA. Nach dem 2. Weltkrieg verarbeitete er seine Afrikaerlebnisse noch als Schriftsteller. Trotz seiner blutigen Vergangenheit machte ihn seine Geburtsstadt Saarlouis 1956 zum Ehrenbürger. Bei seiner Beerdigung 1964 hielt sogar der Verteidigungsminister eine Gedenkrede. Zahlreiche Straßen und Militäreinrichtungen der alten Bundesrepublik trugen oder tragen noch immer seinen Namen.       
So unterschiedlich kann mit Geschichte umgegangen werden. Und natürlich ist die Schweriner Gedenktafel nur verordneter Antifaschismus.